Abrechnung mit der Krankenkasse

Hinweis für Krebspatienten

 

Nicht jede Psychotherapeutin oder jeder Psychotherapeut darf Leistungen mit der gesetzlichen Krankenkasse abrechnen. Dafür muss er bestimmte Bedingungen erfüllen:

 

1) Psychologen müssen eine staatliche Erlaubnis besitzen, als Psychologischer Psychotherapeut den Psychotherapeutenberuf ausüben zu dürfen (Approbation).

2) Ärzte müssen einen Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie oder für Psychiatrie und Psychotherapie erworben haben oder die Zusatzbezeichnung Psychotherapie besitzen.

3) Sie oder er muss von der Kassenärztlichen Vereinigung zugelassen sein.

 

Wenn Sie innerhalb einer angemessenen Wartezeit (bis zu sechs Wochen) keinen kassenzugelassenen Psychotherapeuten finden, können Sie sich diese Leistung selbst beschaffen. Ihre Krankenkasse ist dann auch verpflichtet, die entstandenen Kosten einer Behandlung auch bei einem nicht  kassenzugelassenen Psychotherapeuten zu erstatten (sogenanntes Kostenerstattungsverfahren).

 

Quellen: Patientenleitlinie zur Nationalen Versorgungs-Leitlinie „Unipolare Depression“,

2011. Psychotherapie in der Kostenerstattung.

www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de

 

Da ich keine kassenärztliche Zulassung habe, erfolgt die Abrechnung bei mir immer direkt mit ihnen, um die Kostenerstattung bei ihrer Krankenkasse müssen sie sich selber kümmern. Diese kann geringer ausfallen als die tatsächlich entstandenen Kosten

 

Eine ärztliche Betreuung sollte vorhanden sein. Der Wechsel zu einem kassenzugelassenen Psychoonkologen (möglichst mit medizinischem Berufsbild) kann für die Kostenerstattung Voraussetzung sein.

 

Abrechnung mit der Krankenkasse allgemein

Wollen Sie durch Ihre private oder Zusatzversicherung Leistungen von Heilpraktikern beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie erstattet bekommen, beachten Sie bitte folgendes:
Der Begriff „Psychotherapie“ wird aus therapeutischer und aus kassenabrechnungstechnischer Sicht sehr unterschiedlich bewertet.
„Psychotherapie“ wird den Richtlinien der Krankenversicherungen entsprechend grundsätzlich nur bei Behandlung durch „Psychotherapeuten mit der Zulassung nach dem Psychotherapeutengesetz“ erstattet. Die hier anerkannten Verfahren sind die Verhaltenstherapie sowie die tiefenpsychologisch fundierte und die analytische Psychotherapie. 
Wird bei der KV eine Vorab-Anfrage bezüglich Erstattung einer „Psychotherapie“ gestellt, erfolgt automatisch diese Zuordnung und es dürfen in der Folge nur noch Abrechnungen genau dieser Psychotherapeuten erstattet werden.

Heilpraktiker beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie sind keine Psychotherapeuten sondern Heilpraktiker, die mit der Psyche arbeiten. Sie erbringen versicherungssprachlich keine Psychotherapie sondern eine Heilbehandlung, die sich auf den seelischen Bereich bezieht. Dafür haben sie eine Zulassung nach dem Heilpraktikergesetz. Sie arbeiten mit der Psyche und sie arbeiten therapeutisch.
Der offizielle Zulassungstitel „Heilpraktiker, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie“ ist daher abrechnungstechnisch gesehen paradox. Entspricht aber den geltenden Gesetzen.

In der Praxis sieht das dann oft so aus: 
Wer vorab seine Krankenkasse um Erlaubnis für eine Psychotherapie bei einem Heilpraktiker beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie bittet, erhält mit Verweis auf die o.g. Richtlinien fast immer einen negativen Bescheid. 
Wer dagegen ohne vorherige Anfrage seine Rechnung für die Therapie bei einem Heilpraktiker beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie als Rechnung über Heilpraktikerleistungen einreicht, hat (sofern Heilpraktikerleistungen im Vertrag vereinbart sind) gute Chancen auf eine Erstattung.

 

Eine Selbstübernahme der Therapie-Kosten kann viel Geld sparen:

 

So schön es ist, wenn Ihre Kosten für psychotherapeutische Leistungen von der Kasse übernommen werden, so unangenehm und teuer kann Ihnen diese Inanspruchnahme der Kranken-Versicherung später zu stehen kommen.

 

Grundsätzlich werden die Kosten für psychotherapeutische Leistungen nur dann von der Kasse übernommen, wenn vom Arzt, Psychologen oder Heilpraktiker eine Diagnose gestellt wurde.

Erst diese Diagnose begründet eine psychotherapeutische Behandlung. Versicherungstechnisch muss also eine sogenannte "psychische oder psychiatrische Erkrankung" vorliegen, damit die Kranken-Versicherung für diese Behandlungskosten aufkommt.

 

Was ist daran schlecht? Schließlich hat man ja dafür eine Versicherung.

 

Wenn Ihre Kranken-Versicherung auch nur einmal die Kosten für psychotherapeutische Leistungen übernommen hat, dann sind Sie bei der Versicherung als "psychisch erkrankt" bzw. "psychisch vorerkrankt" erfasst.

 

Selbst Liebeskummer erhält einen Diagnoseschlüssel (z.B. F43.2 für die sogenannte Anpassungsstörung), wenn Sie darüber mit einem Psychotherapeuten sprechen und wenn dieses Gespräch von der Kasse bezahlt werden soll. Und wer während seines Studiums vielleicht zwei, drei Therapiesitzungen wegen Prüfungsangst genommen hat, wird von den Versicherern in die gleiche Schublade gesteckt.

 

Sie können davon ausgehen, dass diese Tatsache in den Datenbanken der Versicherungen auf lange Zeit abgespeichert bleibt. Und das bedeutet für Sie in der Regel folgendes:

 

1) Wollen Sie in eine private oder zu einer anderen privaten Krankenkasse wechseln, dann wird das nur noch schwer möglich sein. Als sogenannter "psychisch Vorerkrankter" sind Sie nun ein Risikopatient, der entweder gar nicht oder (und das ist schon die Ausnahme) nur zu deutlich höheren Versicherungsbeiträgen aufgenommen wird. Risikoaufschläge von 100,- Euro oder mehr pro Monat sind dann ohne weiteres möglich. Rechnen Sie einmal aus, was da in den kommenden Lebensjahren oder Lebensjahrzehnten auf Sie zukommen kann.

Siehe ►Stiftung Warentest

 

2) Mancher möchte sich zusätzlich mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer Kranken- tagegeld-Versicherung absichern. Das kann eine  durchaus sinnvolle Sache sein. Eine "psychische Vorerkrankung" stellt hierfür aber ein absolutes Ausschlusskriterium dar. Sie werden eine solche Versicherung in der Regel nicht mehr abschließen können.

Siehe ►Deutsches Ärzteblatt

 

3) Vielleicht wollen Sie auch eine Lebensversicherung abschließen. Vielleicht "müssen" Sie sogar eine Lebensversicherung abschließen. Das kann möglich sein, wenn beispielsweise Ihre Bank zur Absicherung des gewünschten Kredites für Ihr Eigenheim eine Risikolebensversicherung verlangt.

Auch für Lebensversicherungen gilt: eine "psychische Vorerkrankung" ist ein Ausschlusskriterium!

Keine Lebensversicherung - kein Kredit.

 

Vor dem Verschweigen einer "psychischen Vorerkrankung" sei an dieser Stelle ausdrücklich gewarnt, Sie begehen damit eine "Anzeigepflichtverletzung". Da Sie vor dem Abschluss einer dieser o.g. Versicherungen Ihre Ärzte, Ihre Behandler und auch Ihre Vorversicherungen von der Schweigepflicht entbinden müssen, können Sie davon ausgehen, dass eine "psychische Vorerkrankung" dem Versicherer sehr schnell bekannt wird. Das hat dann in aller Regel einen Leistungsausschluss bzw. das Ende der Versicherung zur Folge.

 

Als Heilpraktiker beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie sind wir nicht verpflichtet, Angaben über Selbstzahler an Versicherungen weiterzugeben.

 

Quelle: http://g-wie-gesund.de/krankenversicherung.html